Grenzerfahrungen - Wie Europa gegen Schutzsuchende aufrüstet 

Eine interessante Ausstellung über Fluchterfahrungen ist vom 30. Oktober bis zum 1. November in der Propstei-Kirche zu sehen. Derzeit sind mehr Menschen auf der Flucht als jemals seit dem Ende des 2. Weltkrieges. Die meisten von ihnen bleiben in ihrer Region - entweder als Binnenvertriebene im eigenen Land oder in den Nachbarstaaten. Nur ein kleiner Teil kommt nach Europa, oft auf lebensgefährlichen Fluchtwegen. 

Die Ausstellung "Grenzerfahrungen" wurde gestaltet in einer Kooperation von PRO ASYL, der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) und der internationalen katholischen Friedensbewegung pax christi.  Sie zeigt, wie die EU und ihre Mitgliedsstaaten seit Jahren darauf hinarbeiten, den Zugang zum Recht auf Asyl insbesondere an den EU-Außengrenzen faktisch abzuschaffen. „Wir erleben eine Abschottungspolitik an den EU-Außengrenzen, die von massiver militärischer Aufrüstung an Land, im Wasser und durch eine international vernetzte Überwachungstechnik geprägt ist. Schutzsuchende werden durch diese Politik jeden Tag entrechtet. In den sogenannten Hotspots müssen die Geflüchteten unter menschenunwürdigen Bedingungen leben,“ kritisiert die pax christi-Bundesvorsitzende Stefanie Wahl. 

Aber es geht nicht nur um Flüchtlingsrechte, sondern auch darum, welche Gesellschaft wir wollen - für uns und für andere. Soll es eine Gesellschaft sein, die auf Ausgrenzung, Abschottung und autoritäre Strukturen setzt - oder soll es eine weltoffene, humane und an christlichen Werten orientierte Gesellschaft sein? 

Weitere Ausstellungsstationen werden in Hattingen, Essen und auf der Wolfsburg in Mülheim sein.