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100 Jahre Bahnhofsmission in Bochum


An diesem Wochenende feiern wir das Jubiläum „100 Jahre Bahnhofsmission in Bochum“. Wir treffen uns am Samstagnachmittag um 16:00 Uhr vor dem Bahnhof und gehen gemeinsam in einer kleinen „Demonstration“ zur Propsteikirche. Dort gibt es auf dem Vorplatz ein gemütliches Beisammensein mit Essen und Trinken, aber auch Informationen und Gelegenheit zum Gespräch. Um 18:30 Uhr feiern wir einen festlichen ökumenischen Gottesdienst. Alle sind herzlich eingeladen mitzufeiern – vor allem die „Kunden“ der Bahnhofsmission.

Der Bahnhof ist ein Sinnbild für unser Leben: Wir sind unterwegs auf den unterschiedlichen Lebenswegen, wir machen uns auf den Weg und kommen an, um uns wieder neu auf den Weg zu machen. Wir hoffen darauf, Weggefährtinnen und -gefährten zu finden und auf Menschen zu treffen, die es gut mit uns meinen.

Zum Bahnhof kommen Menschen, die auf der Flucht sind. Die einen, weil sie vertrieben wurden oder ihre Heimat nicht mehr lebenswert ist, die anderen, weil sie gefangen sind in einem Teufelskreis aus Erwartungsdruck, Stress und Hetze. Sie alle möchten zur Ruhe kommen und Heimat finden.

Zum Bahnhof kommen Menschen, deren Leben gescheitert und vor die Wand gefahren ist, deren Leben die Richtung oder den Boden unter den Füßen verloren hat. Sie haben Sehnsucht nach einem offenen Herz und einem freundlichen Lächeln, das auch den Gescheiterten und Verlorenen gilt.

Die Arbeit der Bahnhofsmission lebt von unzähligen Menschen, die sie unterstützen und fördern. Da gibt es ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch Freunde und Förderer. Wir wünschen ihnen, dass ihr Einsatz ihnen nicht zur Belastung wird, weil wir wissen, dass sie für ganz viele Menschen eine Quelle der Freude und der Mitmenschlichkeit sind.

In den Zeiten der Pandemie hat sich eine besondere Zusammenarbeit der Propsteipfarrei und der Bahnhofsmission entwickelt, durch die eine Seitenkapelle der Propsteikirche zur Zweigstelle der Bahnhofsmission wurde. Werktags sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahnhofsmission in der Kirche, damit Menschen, die es wünschen – oder sogar ganz besonders benötigen – eine Tasse Tee oder Kaffee, eine Süßigkeit und vor allem eine freundliches Wort bekommen. Während auf der einen Seite der Kirche Menschen in der Anbetung Trost finden und die Gegenwart des liebenden Gottes erleben können, können sie die gleiche Frohe Botschaft vom liebenden Gott auf der anderen Seite der Kirche durch die tätige Nächstenliebe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahnhofsmission erleben.
Was in diesem Kirchenraum in der Bochumer Innenstadt sichtbar und spürbar wird, gilt für die ganze Propsteipfarrei: Hier ist ein Stück Himmel auf Erden.

Im Namen der ganzen Propsteipfarrei gratuliere ich von ganzem Herzen der Bahnhofsmission zum Jubiläum: Vergelt’s Gott!

Winfried Rottenecker, Diakon