8. Station

Jesus und die weinenden Frauen: 

Es folgte eine große Menschenmenge, darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten. Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder! (Lk 23,27–28)

 

Betrachtung: 

 

Die Jünger Jesu sind geflohen. Am Kreuzweg begegnen wir ihnen nicht, wohl aber einigen Frauen, die Jesus kannten. Was hat sie dazu veranlasst, sich an den Straßenrand zu stellen? Mitgefühl oder Neugierde? Weinen sie um Jesus, weil sie Mitleid mit ihm haben, oder weinen sie, weil sie ihn verlieren? Es ist gut, wenn Menschen weinen können. Wer weint, zeigt Betroffenheit. Es ist schlimm, wenn wir uns nicht mehr betreffen lassen angesichts des Leids in unserer Umgebung oder in der Welt. Aber weinen, ohne etwas zu ändern, ist manchmal wenig hilfreich. Was nützt es, wenn ich einen Film sehe über die Judendeportation und weine, aber nichts unternehme gegen Antisemitismus heute? Weinen angesichts der schrecklichen Bilder des Hungers in der Welt, ohne auf Abhilfe zu sinnen, bringt nichts. Jesus fordert dazu auf, über uns selbst zu weinen, zumal dann, wenn wir nichts unternommen haben.