10. Station

Jesus wird seiner Kleider beraubt: 

Sie kamen zur Schädelhöhe; dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher, den einen rechts von ihm, den andern links. Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Dann warfen sie das Los und verteilten seine Kleider unter sich. (Lk 23,33–34)

 

Betrachtung: 

 

Kleidung schützt, wärmt, schenkt Würde. Einem Menschen die Kleider entreißen heißt: ihn schutzlos machen. Er wird verletzbar, ist der Kälte ausgesetzt und verliert seine Menschenwürde. Die Intimsphäre anderer verletzen auch neugierige Blicke, gedankenlose Handgriffe und unangebrachte Bevormundung. Einen Menschen entblößen kann auch heißen: ihn mit Worten bloßstellen, fertig machen.